Beim akuten respiratorischen Versagen (Versagen der Atmung) werden 2 Formen unterschieden (Typ I = hypoxämisches Versagen = Sauerstoffunterversorgung), Typ II = hyperkapnisches Versagen (Kohlendioxidüberschuss). Das Typ-II-Versagen tritt häufig bei akuter Verschlechterung vorbestehender chronischer Erkrankungen auf.
Während beim hypoxämischen Versagen stufenweise mit Sauerstoffgabe, High-Flow-Sauerstoffgabe und ggf. invasiver Beatmung behandelt wird, kommen beim Typ-II-Versagen Formen der nicht-invasiven Beatmung über Masken zum Einsatz, wobei der Patient prinzipiell wach ist. Wenn dies nicht ausreicht, wird auch dort mit invasiver Beatmung behandelt.
Als weitere hochkomplexe intensivmedizinische Behandlungsmethode kommt die sogenannte extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) in Frage. Dabei sind oft große Blutstrom-Katheter, die einen hohen Blutfluss durch das Pumpensystem ermöglichen, notwendig. Dafür bedarf es einer Hemmung der Blutgerinnung mit Heparin, um eine Bildung von Gerinnseln zu verhindern. Darunter kann es zu Blutungskomplikationen kommen.

Eine Spezialisten-Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Matthias Held und den Intensivmediziner Dr. Frank Kornitzky konnten jetzt Daten veröffentlichen und zeigen, dass bei Schwerstkranken, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten und die trotz invasiver Beatmung hohe Kohlendioxidwerte entwickelten, mit einem Niedrig-Fluss-Verfahren unter heparinfreier Citratantikoagulation eine effektive Senkung des Kohlendioxidspiegels möglich war. Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass das Blut lediglich in dem entsprechenden Gerät (sog. Gasaustauscher) ‚ungerinnbar‘ gemacht wird und somit nicht systemisch im Patienten Auswirkungen zeigt und dadurch Blutungskomplikationen nahezu ausgeschlossen sind.
Diese Ergebnisse machen Mut und müssen weiter wissenschaftlich untersucht werden und könnten in der Zukunft eine Bereicherung bei der intensivmedizinischen Therapie des akuten Atemversagens darstellen.
Die Veröffentlichung der wissenschaftlichen Originalarbeit finden Sie HIER
